Weiser Rat einer Liebenden

Weiser Rat einer liebenden...

Weiser Rat einer liebenden Grossmutter an ihren Enkel...

Sie waren frisch verheiratet, nicht weil sie es so gewählt hätten, sondern weil ihre Eltern es so bestimmten. Als die Feierlichkeiten sich dem Ende zuneigten, die letzten Gäste das Haus verliessen, wurde es Zeit, zu Bett zu gehen.

Weder Roman noch Anna hatten zuvor Sex mit jemanden, sie waren beide «jungfräulich». Anna wusste von ihrer Mutter und Tante, was sie nun erwarten würde und war dementsprechend nervös. Sie mochte Roman, hatte aber auch Angst vor ihm und diesem Moment. Was Anna nicht wusste war, dass Roman sie schon lange und von ganzem Herzen liebte. Er war selbst unsicher und wollte sie auf keinen Fall verletzen, denn sie war die Liebe seines Herzens.

Er nahm ihre Hand und führte sie vor ihr gemeinsames Schlafzimmer. Anna erwartete, dass sie jetzt ihre Ehe vollziehen würden, wie es ihre weiblichen Familienmitglieder erklärt hatten. Sie zitterte ein wenig und hatte auch mit einem flauen Gefühl im Bauch zu kämpfen.  Anna war nicht minder überrascht, als Roman die Tür öffnete, ihr eine gute Nacht wünschte, sie ins Zimmer schob und hinter ihr ganz leise die Türe schloss. Annas Gedanken rasten. „Will er mich nicht, oder bin ich nicht gut genug? Hat er jemand anderen oder bin ich ihm so zuwider?“. Viele Fragen, vor allem Gefühle, begleiteten Anna in ihrer Hochzeitsnacht in den Schlaf.

Während Anna in ihrem gemeinsamen Bett lag, legte sich Roman vor der Zimmertüre auf den Boden. Er machte es sich bequem und war glücklich. Jetzt war Anna seine Frau und er würde alles tun, ihr Vertrauen und ihre Liebe zu gewinnen. Er hatte Zeit.

Dieses Ritual wiederholte sich Nacht für Nacht und Anna entspannte sich immer mehr. Sie fühlte sich geborgen, den Roman war hier, vor ihrer Türe – es konnte nichts geschehen.

Eines Abends bat sie Roman herein zu kommen. Er stimmte zu und als sich Anna ins Bett legte, machte Roman es sich wieder bequem. Vor ihrem Bett, an ihrem Fussende. Die Gedanken, welche Anna in der ersten Nacht plagten, verblassten mit jedem Tag mehr. Abends verabschiedeten sie sich voneinander mit einem herzlichen Lächeln und wünschten sich eine wunderschöne und gute Nacht. Anna fühlte sich zunehmend sicher und ein paar Wochen später lud sie Roman zu sich ins Bett ein.

Er stimmte zu, legte sich an ihre Seite. Sie wünschten sich Gute Nacht und schöne Träume. So ging es einige Tage weiter, bis Anna eines Nachts zu Roman hinüberschaute und ihre Hand auf seine Brust legte. Sie fühlte Roman und seine Liebe, und in dieser Nacht begann ihr Körper darauf zu antworten.

Auf dieses Zeichen hatte Roman gewartet, denn seine Grossmutter war eine weise Frau. Sie erzählte von den Ängsten, die viele Frauen in die Ehe mitbrachten. Von den Missbräuchen, welche Männer ihren Frauen antaten und sie sagte: „Wenn du deine Frau liebst, dann sorgst du zuerst für ihre leibliche Sicherheit. Sie muss sich sicher fühlen mit dir als Mann. Erst wenn du ihr Herz, ihr Vertrauen gewonnen hast, wird sie bereit sein, dich als Mann zu empfangen. Auf diese Weise sollten alle Frauen und Männer miteinander umgehen. Dein Vater hat es für deine Mutter getan, so wie es mein Mann für mich tat und du weisst, wie tief unsere Liebe war und immer noch ist. Finde einen Weg, ihr Vertrauen zu gewinnen. Die Liebe einer Frau wird dir dein Herz noch weiter öffnen und dich in Höhen bringen, die du dir jetzt noch nicht vorstellen kannst“.

Roman dachte an die weisen Worte seiner Grossmutter. An diesem Abend wusste er, dass sie ihn gut beraten hatte.

Die anfängliche Angst Annas vor dem körperlichen Akt, wurde durch Vertrauen und Liebe in eine natürliche, schöne, sinnliche und vitale Sexualität umgewandelt.

Autorin Nika M Fischer

10/2015 überarbeitet 2019

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